vonSchwerin:Altwigshagen

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FamilienWIKI - Familie von Schwerin


Altwigshagen, Prov. Pommern, Kr. Anclam, ein uraltes Schwerin'sches Lehn, ist unzweifelhaft in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Oldag gegründet und nach diesem Oldogheshaghen benannt worden, unter welchem Namen es 1295 zuerst urkundlich erscheint[1]; auch wird es in alten Urkunden Oldigeshagen [2], Oldewigeshagen [3] u. s. w. geschrieben, erscheint aber auch häufig in der abgekürzten Form Hagen [4], auch Hayn. Es ist neben Spantekow der älteste bekannte Stammsitz der Pommerschen Schwerine, und werden zwei Linien nach demselben benannt: die ältere und die jüngere Linie Altwigshagen. Es stand dort ein ansehnliches altes Schloss (castrum) mit Graben, Wällen und Thürmen, von welchem aus die Schwerine ihre Streifzüge unternahmen und besonders auch ihre Händel mit Anclam 1382 und 1386 führten [5]. Zu Ende des 15. Jahrhunderts aber, als der Landfriede Platz griff, gerieth es in Verfall. Der Altwigshagen'sche Besitz, zu welchem ausser Altwigshagen selbst Antheile an verschiedenen Gütern: Demnitz, Wittstock, Lubtz, Neuendorf, Ducherow, Busow, Aurose, Boldekow und der Zoll[6] gehörten, war Anfangs ausschliesslich in Händen der älteren Altwigshagen'schen Linie, welche 1525 ihre Lehndienste dafür mit 5 Pferden leisten musste[7], zersplitterte sich aher durch fortgesetzte Erbtheilung so sehr, dass die einzelnen Besitzer sich zu Verkauf oder Verpfändung genöthigt sahen.[8]. Von Oldwig und Werner erwarb um 1524 Hans Bone mehrere Antheile, erweiterte noch durch andere Ankäufe diesen Besitz und hinterliess ihn seinen Söhnen[9], welche denselben aber ihrerseits 1566 auf 30 Jahre an den Grosshofmeister Ulrich (Taf. VIII. 5) verpfändeten [10]. Späterhin unter Hans Bones Erben deshalb entstandene langwierige Streitigkeiten[11] endeten erst 1617 in Folge des Erwerbs der Altwigshagen'schen Güter [12] durch Otto (Taf. XVII. 2). Dieser Letztere kaufte auch 1627 und später die auf Johann Adolf (Taf. V. 82) vererbten Antheile und brachte damit den ganzen damals noch in der älteren Linie befindlichen Besitz an seine Linie, welche wir deshalb als die jüngere Linie Altwigshagen bezeichnen.

Durch Erbschaft gingen dann diese gesammten Güter auf den Generalmajor Bogislav (Taf. XVII. 8) über, welchem in Folge von Verträgen mit seinen Brüdern [13] dieselben ungetheilt verblieben, und welchem 1639 auch noch die Hälfte des sogen. Lindstedt' schen Antheils zufiel. Die Familie von Lindstedt war nämlich um die Mitte des 15. Jahrhunderts in den Pfandbesitz eines ansehnlichen Theils von Altwigshagen gelangt[14] und hatte durch 2 Jahrhunderte fast mit den Schwerinen zugleich die Leiten daran empfangen. Erst als sie 1639 ausstarb, gelangte auch dieser Antheil wieder. an die Schwerine und zwar in Folge von Vergleichen[15] etwa je zur Hälfte an den oben gedachten General Bogislav und an Anton Dettlof auf Lötwitz (Taf. X. 8). Mit Ausnahme dieses letzteren verhältnissmässig kleinen Theils vereinigte also der General (Taf. XVII. 8) die gesammten Altwigshagen'schen Güter, wie sie ehedem die ältere Linie besessen hatte</ref>vgl. jedoch Aurose</ref>, nebst den von Hans Bone dazu gemachten Erwerbungen. Abgesehen von Antheilen an Neuendorf und Ducherow, welche er seinem Bruder Philipp Julius (Taf. XVII. 5) überliess, vertauschte der General im Jahre 1658 diesen ganzen Besitz gegen die Wopersnow'schen Güter an Georg Friedrich von Borcke, und ist Altwigshagen seitdem ein Borcke'sches Lehn.

Der in Altwigshagen lange erhaltene Thurm, der letzte Ueberrest des alten Schlosses aus der Schwerin'schen Zeit, ist etwa 1866 gesprengt worden; jetzt steht dort ein neues Schloss.

Der an Anton Dettlof (Taf. X. 8) gefallene halbe Lindstedt'sche Antheil ging durch Erbschaft auf seinen Sohn, den Hessischen Generallieutenant Dettlof (Taf. X. 23), über, welcher 1689 auch die oben. erwähnten, an Philipp Julius (Taf. XVII. 5) überlassenen Antheile kaufte, diesen Besitz durch weitere Ankäufe erweiterte und ihn mit den Wittstock' schen Gütern vereinigte.

Einzelnachweise

  1. U. B. II. 36; siehe auch U. B. II. 69, 100, 143, 202)
  2. U. B. II. 95, 265
  3. U. B. II. 146, 271, 351 u. a.
  4. U. B. II. 105, 185, 420, 442 u. a.
  5. siehe Oldwig, Werner
  6. U. B. II. 456
  7. U. B. H. 442
  8. Siehe Taf. V. 1, 2, 3, 6, 10, 25, 30, 33, 39, 40, 41, 44 bis 50, 52, 53, 54, 56, 58, 60 bis 64, 66, 68, 69, 70, 72, 78, 92
  9. vgl. Hans Bone, Hans, Arnd
  10. U. B. II. 521
  11. vgl. Taf. X. 1, XIII. 1, 2, 3, XVI. 1, 2, 5; auch Anm. 4 auf S. 250 des biogr. Theils
  12. U. B. II. 581
  13. U. B. II. 610, 612
  14. vgl. U. B. II.. 535, 585, 587, 611 u. a.
  15. U. B. 611, 621; vgl. auch U. B. S. 451 Anm. 1
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