Medicus:Ludwig Medicus (*1847)

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'''Ludwig Medicus''' *1.12.1847 Kaiserslautern † 11.10.1915 Würzburg, evangelisch, Uni.Prof.Pharmakologe, Lebensmittelchemiker, in Würzburg
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== Ludwig Medicus ==
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Wikipedia Artikel:[http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Medicus Ludwig Medicus]
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'''* 1.12.1847 Kaiserslautern † 11.10.1915 Würzburg, evangelisch, Uni.Prof.Pharmakologe, Lebensmittelchemiker, in Würzburg'''
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'''Vater:'''  Medicus, Ferdinand Ritter von, 1818-1900, Dr.jur., Bezirksamtmann in Kaiserslautern, seit 1879 Rat am Verwaltungsgerichtshof, bayer. Personaladel 1887, Sohn des Ludwig Wallrad Medicus und der Johanna Langsdorff
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'''Mutter:''' Clossmann, Marie, 1818–1892, Tochter des Karl Alexander Clossmann, 1781–1831, Appellationsgerichtsrat in Zweibrücken, und der Charlotte Tenner
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'''Ehefrau:'''  Franziska Vogt (*1852) Würzburg
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Ludwig Medicus war Assistent bei Adolph Strecker an der Universität Würzburg. In seiner Habilitationsschrift von 1875 leitet er die Strukturen der damals bekannten Purine (Harnsäure, Xanthin, Guanin, Hypoxanthin) sowie der Purinalkaloide Coffein und Theobromin her. Diese von ihm hergeleiteten Strukturen wurden erst nach langen Auseinandersetzungen mit Hermann Emil Fischer mehr als zwanzig Jahre später anerkannt. Medicus wird als erster Vertreter der theoretischen Chemie bezeichnet.
'''Leben:'''
'''Leben:'''
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Nachdem M. 1876 eine Berufung nach Florenz abgelehnt hatte, wurde er 1881 ao. Professor für Pharmazie und Technologie an der Univ. Würzburg und war seit 1900 dort Ordinarius für angewandte Chemie und Pharmazie.
Nachdem M. 1876 eine Berufung nach Florenz abgelehnt hatte, wurde er 1881 ao. Professor für Pharmazie und Technologie an der Univ. Würzburg und war seit 1900 dort Ordinarius für angewandte Chemie und Pharmazie.
Neben seiner Hochschultätigkeit stand er seit 1884 als Direktor der neugegründeten Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Lebensmittel in Würzburg vor. Von da an wandte er sich ganz der Lebensmittelchemie zu, da diese seinen Neigungen zur analytischen Chemie am meisten entsprach. Hier veröffentlichte er vorwiegend Untersuchungen des Weines neben Arbeiten über die Zusammensetzung des Wassers, den Nachweis von Metallspuren in Nahrungsmitteln und über Kaffeesurrogate. M. verfaßte vier erfolgreiche Lehrbücher über verschiedene analytische Methoden, eine umfangreiche Darstellung der chemischen Technologie sowie ein pharmazeutisches Praktikum.
Neben seiner Hochschultätigkeit stand er seit 1884 als Direktor der neugegründeten Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Lebensmittel in Würzburg vor. Von da an wandte er sich ganz der Lebensmittelchemie zu, da diese seinen Neigungen zur analytischen Chemie am meisten entsprach. Hier veröffentlichte er vorwiegend Untersuchungen des Weines neben Arbeiten über die Zusammensetzung des Wassers, den Nachweis von Metallspuren in Nahrungsmitteln und über Kaffeesurrogate. M. verfaßte vier erfolgreiche Lehrbücher über verschiedene analytische Methoden, eine umfangreiche Darstellung der chemischen Technologie sowie ein pharmazeutisches Praktikum.
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'''Werke:'''
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* Practicum für Pharmaceuten : Analytische Uebungen und Präparate im Anschlusse an die "Einleitung in die chemische Analyse" und das Arzneibuch. - 2. Aufl. - Tübingen : Laupp, 1903. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
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* Kurze Anleitung zur qualitativen Analyse. 17. Aufl. Laupp, Tübingen 1915 (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
'''Werdegang:'''
'''Werdegang:'''
* stud. Tübingen
* stud. Tübingen
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* 1870 Dr.phil. Tübingen
* 1870 Dr.phil. Tübingen
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* 1881 ao. Professor für Pharmazie und Technologie an der Universität Würzburg
* 1881 ao. Professor für Pharmazie und Technologie an der Universität Würzburg
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* 1900 Ordinarius für angewandte Chemie und Pharmazie an der Universität Würzbur
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* 1900 Ordinarius für angewandte Chemie und Pharmazie an der Universität Würzburg
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* 1884 Direktor der Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Lebensmittel in Würzburg
* 1884 Direktor der Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Lebensmittel in Würzburg
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'''Quellen:'''
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'''Vater:'''  Medicus, Ferdinand Ritter von, 1818-1900, Dr.jur., Bezirksamtmann in Kaiserslautern, seit 1879 Rat am Verwaltungsgerichtshof, bayer. Personaladel 1887, Sohn des Ludwig Wallrad Medicus und der Johanna Langsdorff
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* NDB 16, 1990, S. 599f. (Holm-Dietmar Schwarz.)
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* „Medicus, Ludwig“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/116989874> (Stand: 15.10.2010)
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'''Mutter:''' Clossmann, Marie, 1818–1892, Tochter des Karl Alexander Clossmann, 1781–1831, Appellationsgerichtsrat in Zweibrücken, und der Charlotte Tenner
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* Wikipedia Artikel:[http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Medicus  Ludwig Medicus]
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* Beckurts, H.: Ludwig Medicus. Z. Lebensmittelunters. A 31 (1916) Nr. 6, S. 169-170
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'''Partner:'''  ∞Franziska Vogt (*1852) Würzburg
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* [http://www.coffein.ch/coffein_strukturaufklaerung.html Zur Struktur des Coffeins]
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* Deutsche Biografie: [http://www.deutsche-biographie.de/sfz59745.html Ludwig Medicus, Autor Holm-Dietmar Schwarz]
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'''Literatur:''' NDB 16, 1990, S. 599f. (Holm-Dietmar Schwarz.).
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'''Quelle:'''
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„Medicus, Ludwig“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/116989874> (Stand: 15.10.2010)
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[http://www.deutsche-biographie.de/sfz59745.html Deutsche Biografie]
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Aktuelle Version vom 26. Oktober 2012, 19:25 Uhr

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