Medicus:VonDerFamilieMedicus

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FamilienWIKI - Familie Medicus


Auszüge

Von der Familie Medicus (Arzt?) - Teil I

von Prof. Leopold Oelenheinz in Heraldische Genealogische Blätter 1905

Das ausnehmend frühe Vorkommen des Namens, die weite Ausbreitung trotz seiner Eigenart lassen die Forschung über dieses Geschlecht besonders dankenswert erscheinen. Es ist kaum anzunehmen, dass der Name Medicus an mehreren Orten gleichzeitig entstanden ist, ebenso wie der deutsche Name dafür (Arzt, Arzet). Sowohl die lateinische wie die deutsche Bezeichnung sind zu eigenartig dazu. Infolge dessen ist mit ziemlicher Sicherheit auch zu vermuten, dass - den Fall einer späteren humanistischen Einkleidung in lateinisches Gewand vorausgesetzt - auch eine erst im 16. oder 17. Jahrhundert nachweisbare Familie dieses Namens mit den älteren Trägern zusammenhängt. (Auszug aus Heraldische Blätter, Teil I, 1905, S.135ff, 152ff)

Beim Ratsherren Bertholdus Medici wird schon 1336 urkundlich festgestellt, dass die Namen Medicus (Medici) und Arzt (Arzet) für die selbe Person oder Glieder derselben Familie neben einander gebraucht werden. Aus der ebenfalls öfter zu findenden Schreibart Medici an römische Abstammung zu denken, ist mehr als gewagt.

Herr Oberkriegsgerichtsrat Dr.Franz Medicus in Strassburg stellte mir in liebenswürdiger Weise seine Aufzeichnungen über die Medicus zwecks Veröffentlichung in diesen Blättern zur Verfügung.

Soweit heute die Forschungen gehen, sind drei Hauptzweige in der Gegenwart festzustellen, die etwa in den Zeiten des 30jähr. Krieges oder früher sich trennten, ein bayerischer, ein lippescher (protestantischer) und ein hessischer bezw. Kurmainzischer (katholischer). Sie führen verschiedene Wappen, deren Farben zurzeit nicht bekannt sind (s.Abbildungen)..

Wappen

Der Beschreibung des allgemeinen Wappens nachempfunden.

Das allgemeine Medicus-Wappen ist schwarz, darinnen ist eine silberne Waage mit goldenen Schalen. Das Kleinod ist ein silberner Anker. Die Decken sind schwarz-weiß. Der Schild ist farblos. Im bayerischen Wappen ist ein Baum mit einer sich um den Stamm windenden Schlange. Das Kleinod wird gebildet von einem Paar Flügel und einem mit einem Schwert bewaffneten Arm. Es handelt sich um das Wappen des Friedrich Casimir Medicus, (*6.1.1736 Grumbach) in der Folge das Wappen des Bayerischen Astes ("Bayerische Medicus") im Grünberger Stamm. Welche Farben darin verwendet wurden, ist nicht belegt. Der Autor hat dem Wappen, als Logo, die Farben Grün und Gelb-Gold hinzugefügt (historisch nicht belegt). Nach Kenntnis des Verfassers ist es sehr wahrscheinlich, daß das Bayerische Medicus - Wappen erstmalig durch den gelehrten Arzt, Forstmann und Botaniker Friedrich Casimir Medicus (*1736) getragen wurde. Der Baum kann Zeichen des Forstmannes und Botanikers sein, die Schlange Zeichen des Arztes. Offensichtlich wurde das Wappen früh auch vom Kirner Ast übernommen. Goldschmied Karl Medicus in Kirn, gestorben 1882 trug jedenfalls das Wappen.

Das Wappen des Geheimen Hofrats Friedrich Ritter von Medicus (*1847) (in der Mitte) geben wir gleichfalls in Skizzen wieder. Das Bildnis eines Arzet, Silberstiftzeichnung von Hans Holbein bewahrt die kgl. Bibliothek in Bamberg.- Andreas Arzet, geb. 1589 in Constanz, gest. 22.11.1675 daselbst, Jesuit und bekannter Mathematiker.- Phil.Ed.Gottl.Arzt, geb. in Sachsen, gest. als Professor in Dorpat 12. August 1802, Chemiker.

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Zum Bayerischen Wappen (links) ist zu sagen:

Im Wappen ist ein Baum mit einer sich um den Stamm windenden Schlange. Das Kleinod wird gebildet von einem Paar Flügel und einem mit einem Schwert bewaffneten Arm.

Nach Kenntnis des Verfassers ist es sehr wahrscheinlich, daß das Bayerische Medicus - Wappen erstmalig durch den gelehrten Arzt, Forstmann und Botaniker Friedrich Casimir Medicus getragen wurde. Der Baum kann Zeichen des Forstmannes und Botanikers sein, die Schlange Zeichen des Arztes. Offensichtlich wurde das Wappen früh auch vom Kirner Ast übernommen. Goldschmied Karl Medicus in Kirn, gestorben 1882 trug jedenfalls das Wappen.

Das Kurmainzische Wappen (rechts) ist auch das allgemeine Wappen der Familie Medicus.

Weitere Wappendarstellungen sind noch nicht ausführlich identifiziert.

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Wappen des Bürgermeisters von Rothenburg o.T, Walther Medicus 1574

Von der Familie Medicus - Teil II (1905)

Seit der letzten Veröffentlichung über die Medicus (siehe Jahrgang I, S.135 und S.152 ff.) hat sich durch verschiedene Auszüge aus Universitätsmatrikeln die schon 1336 bei dem Ratsherren Bertholdus Medicus urkundlich feststehende Tatsache, dass die Namen Medicus (Medici) und Arzt (Arzet) für dieselbe Person oder Glieder derselben Familie neben einander gebraucht werden, weiter belegen lassen. Umsomehr muss die Forschung beide Namensformen berücksichtigen. Es ist leicht möglich, dass in älterer Zeit in einer Linie die lateinische Namensform, die der anderen die deutsche erstarrt ist. Es kann sich nicht nur, wie es z.B. bei den Ulmer Patriziern im 13. Jahrhundert Rot (Rufus) und Haffner (Figulus) vorkommt, um ein Gelegentliches Auftreten der lateinischen Namensform gehandelt haben. Aus der ebenfalls öfter zu findenden Schreibart Medici an römische Abstammung zu denken, ist mehr als gewagt. Auch einen Zusammenhang mit Schottland wegen des 1440 in Köln studierenden Johannes Medeci von Glasgow zu behaupten, dürfte sich nicht ernstlich aufrecht erhalten lassen.

Ob nun ein Zusammenhang der Elsässer Weissenburger Patrizier Artzet (15. und 16. Jahrhundert) mit irgend welchen Medicus oder mit den Augsburger Artzet besteht, ist bis jetzt nicht geklärt.

Anm. d. Autors: Weitere Textstellen bitte im Original lesen: Datei:HeraldischeErsterSatz1905.pdf

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