Medicus:Friedrich Casimir Medicus (*1736)

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Bayerisches Medicus Wappen


Friedrich Casimir Medicus

* 6.1.1736 Grumbach bei Sankt Wendel (Saarland), † 15.7.1808 Mannheim, evangelisch, Dr.med. – Arzt, Botaniker, Agrarreformer, Regierungsrat

andere Namen: Friedrich Kasimir Medicus

Vater: Medicus, Wallrad Christian, 1695-1749, Rheingräflich Grumbach. Rat

Mutter: Kroeber, Maria Elisabeth Eva Catharina

Ehefrau: Koch, Caroline (Mannheim 1769), † Mannheim 1814, Tochter des NN. Koch, Militärjustizrat in Mannheim

Kinder:

  • Medicus, Ludwig Wallrad, 1771-1850
  • Medicus, Friedrich, Kgl. Bayer. Hauptmann
  • Mezger, Luise, geb. Medicus, verheiratet mit Mezger, Archivrat in Mannheim
  • Medicus, Carl, Leutnant in München

Werdegang:

  • stud. Tübingen, Heidelberg
  • 1758 Arzt in Mannheim
  • 1759 Garnisonsphysicus in Mannheim, Hz. Zweibrücken. Hofmedicus, Hofrat, Regierungsrat
  • 1764 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Mannheim (Botanik)
  • Direktor des Botanischen Gartens in Mannheim (1795 durch die französischen Truppen zerstört)
  • Direktor der 1769/1770 in Lautern gegründeten „Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft“
  • Mitbegründer und Leiter der "Kameral Hohen Schule" in Kaiserslautern

Leben:

Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Medicus in Tübingen und Heidelberg Medizin und ließ sich 1758 als Arzt in Mannheim nieder. Durch einige glückliche Kuren wurde er bald bekannt und erhielt schon 1759 die Stelle des Garnisonsphysikus. Hzg. Christian zu Pfalz-Zweibrücken machte ihn zu seinem Hofmedikus und verlieh ihm den Titel Hofrat, später Regierungsrat. KT. Karl Theodor von der Pfalz ernannte ihn 1764 zum Mitglied für das Fach Botanik in der neugegründeten Akademie der Wissenschaften in Mannheim. Diesem Thema widmete sich M. in der Folgezeit mit nie erlahmendem Eifer, während er den Arztberuf mehr und mehr aufgab. Für die Pflege der Pflanzenkunde erschien ihm die Einrichtung eines botanischen Gartens unerläßlich. Einige Grundstücke außerhalb der Festungsanlage wurden aus der kurfürstl. Kasse erworben und M. mit deren Gestaltung betraut. Er teilte den Garten in 3 Abteilungen: in eine Pflanzschule, in der die Pflanzen nach ihren Ansprüchen an Licht, Wasser und Boden herangezogen wurden, in einen systematischen Teil, in dem die Pflanzen nach ihrer Familienzusammengehörigkeit standen, und in eine Abteilung für die Anzucht ausländischer Bäume. Die Einbürgerung amerikan. Forstbäume lag ihm besonders am Herzen, da zu seiner Zeit die drohende Holznot als eines der drängendsten Probleme erschien. Von der Einführung des „Unechten Akazienbaumes“, d. h. der Robinie (Robinia pseudoacacia), die bei großer Anspruchslosigkeit „das allerbeste Holz in der allerkürzesten Zeit“ liefern könne, versprach er sich eine wesentliche Hebung der Forstwirtschaft. Um die skeptischen Forstleute zu überzeugen, pflanzte M. neben dem botanischen Garten ein Robinienwäldchen und widmete der Propaganda für diesen Baum eine eigene Zeitschrift, von der zwischen 1794 und 1803 5 Bände erschienen sind. Über seine Bestrebungen und Erfahrungen gab er außerdem in vielen Beiträgen für verschiedene Zeitschriften Aufschluß. In diesem Sinne wirkte M. auch als Direktor der 1769/70 in Lautern gegründeten „Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft“, deren Mitglieder sich die Hebung der pfälz. Bauernwirtschaft zum Ziel gesetzt harten. Er schrieb 1770 eine „Anleitung zum Anbau von Futterkräutern“, die er dem Kf. Karl Theodor zusandte, wobei er auf den großen Futtermangel in der pfälz. Landwirtschaft hinwies. Durch Besömmerung der Brache mit Klee. Kartoffeln und Rüben sowie die Sommerstallfütterung könne dem Mangel abgeholfen werden, wodurch auch die schädliche Waldweide überflüssig werde. Er erreichte in der Tat. daß die Besömmerung der Brache von Amts wegen gestattet wurde. Auch die Gründung der „Kameral Hohen Schule“ in Lautern (Kaiserslautern), eines Instituts zur Ausbildung von Kameralbeamten geht auf Anregungen von M. zurück. Er war Mitbegründer und zeitweise Leiter der Schule (Quelle:Wikipedia). 1795 mußte M. die Zerstörung seines Lebenswerkes, des Mannheimer Botanischen Gartens, durch franz. und kaiserl. Truppen erleben. Kanonenfeuer zertrümmerte die Gebäude und zerfetzte die kostbaren Exotenanpflanzungen, sofern die Bäume nicht schon vorher der besseren Sicht wegen abgehauen worden waren. 1799 starb Kf. Karl Theodor, und sein Nachfolger Max Joseph interessierte sich nicht mehr für Mannheim, zumal dieses 1802 dem Lande Baden zugeteilt wurde. Wegen der Reste des Gartens und M.s Bibliothek kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Baden. Vor seinem Tod ließ M. die Bibliothek noch nach München bringen.

Werke (zu recherchieren oder zu lesen unter):

Friedrich Casimir Medicus in der Bayerischen Staatsbibliothek

Friedrich Casimir Medicus bei Google-Books

Friedrich Kasimir Medicus bei Gallica

Friedrich Casimir Medicus bei Gallica

Weitere Werke:

  • Index Plantarum Horti Electoralis Manhemiensis, 1771
  • Von einigen ausländ. Bäumen 1774
  • Über d. Verbesserung d. Viehzucht, ebd., 1779
  • Über nordamerikan. Bäume u. Sträucher als Gegenstände d. dt. Forstwirtsch., 1792
  • Unächter Acacien-Baum, Zur Ermunterung d. allg. Anbaues dieser … Holzart, 1794 ff.
  • Über d. wahren Grundsätze d. Futterbaues, 1796; Forst-Journal, Leipzig, Bd. 1, 1797, Bd. 2, 1800.
  • Weitere Werke im Wikipedia Artikel: Friedrich Casimir Medicus

Quellen:

  • Leopold Oelenheinz, Von der Familie Medicus (Arzt?). In: Heraldisch-Genealogische Blätter 2, 1905, S. 114.
  • Wikipedia: Friedrich Casimir Medicus
  • „Medicus, Friedrich Casimir“, in: Hessische Biografie (Stand: 15.10.2010)
  • Deutsche Biografie, Quelle 1
  • Deutsche Biografie, Quelle 2
  • Ilona Knoll: Der Mannheimer Botaniker Friedrich Casimir Medicus (1736-1808) Leben und Werk: Monographien zur Geschichte der Pharmazie - Palatina Verlag Heidelberg, 2003 ISBN 3-932608-31-3
  • J. Keiper, in: Mannheimer Gesch.bll. 7, 1906, Sp. 27-34;
  • A. Kistner, Der kf. botan. Garten in Mannheim, ebd. 30, 1929, S. 66 u. 83;
  • F. Walter, Mannheim in Vergangenheit u. Gegenwart I, 1949, S. 622;
  • H. Webler, Die Kameral-Hohe-Schule zu Lautern 1774–84, in: Mitt. d. Hist. Ver. d. Pfalz 43, 1927 (P);
  • Martin Müller, in: Archiv f. Gesch. d. Math., d. Naturwiss. u. d. Technik 11, 1928, S. 67-80 (W-Verz.); Pogg. II.
  • NDB 16, 1990, S. 598f. (Gertrud Schröder-Lembke)
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